Erneuerung der Turbine des Grossen-St.-Bernhard-Tunnels
Die Turbine mitten im Grossen-St.-Bernhard-Tunnel wurde von HYDRO vollständig demontiert, saniert und wieder montiert. Dies ermöglichte den Austausch aller Dichtungen und Verschleissteile sowie eine Steigerung der Maschinenleistung um 15 kW.
Der Grosse-St.-Bernhard-Tunnel verbindet die Schweiz mit Italien. 1,5 km nach der Einfahrt auf Schweizer Seite wurde von Ateliers de Vevey ein in den Tunnel integriertes Wasserkraftwerk errichtet und 1962 in Betrieb genommen. Diese Anlage nutzt das Wasser aus einer 170 Meter höher gelegenen Talsperre, die hauptsächlich für die Speisung des Brandbekämpfungssystems des Tunnels konzipiert wurde. Die Anlage produziert 3,2 GWh pro Jahr.

Komplettsanierung der Turbine
Im Januar 2026 erhielt HYDRO den Auftrag, die Turbine einschliesslich aller hydraulischen, mechanischen und sicherheitstechnischen Teile vollständig zu überholen. Die Monteure demontierten die Anlage vollständig vor Ort und transportierten alle Komponenten in die Zentralen Werkstätten in Martigny. Dort wurden folgende Arbeiten durchgeführt:
- Vollständige Erneuerung des Korrosionsschutzes an allen Komponenten
- Erneuerung oder Aufrüstung zahlreicher Komponenten (Elektrolysebehandlung, Verchromung, Schweissen, zerstörungsfreie Prüfungen, «Zenterless-Schleifen» der Hauptstäbe, Neuersatz von Nadelspitzen und Nadelringen, Austausch aller Dichtungen, Reinigung usw.)

Leistungssteigerung um 15 kW
Anfang April 2026 wurde ein Drucktest durchgeführt, der eine vollständige Dichtheit vor der Wiederinbetriebnahme Mitte April gemäss ursprünglicher Arbeitsplanung ergab. Die Leistungssteigerung wird auf 15 kW geschätzt. Mit dieser Sanierung gewährleistet HYDRO eine zuverlässige und leistungsstarke Wasserkraftanlage, die optimal auf die künftigen Anforderungen des Tunnelbetriebs abgestimmt ist.

Einzigartige Anlage im Tunnel
Die Anlage ist das Paradebeispiel für die Integration einer Wasserkraftanlage in einen internationalen Tunnel. Für die jährliche Wartung und das technische Follow-up sind sechs Spezialisten zuständig. 25 Feuerwehrleute und Bediener sorgen für die Überwachung des Tunnels und die Steuerung des Brandbekämpfungssystems, das eng mit der Talsperre und der Turbine verknüpft ist.

